Regelneuerungen

Die nachfolgenden Regeländerungen werden wie folgt in Kraft treten:

Seit 1. Oktober 2010
nur für die wichtigsten offiziellen FIBA-Wettbewerbe wie Olympische Turniere, Weltmeisterschaften einschließlich der U19 und U17, sowie Zonen-/Kontinentalmeisterschaften jeweils der Männer und Frauen.
Außerdem für BBL, 2. BBH, 1. DBBL, 2. DBBL, NBBL!!

Erst zum 1. Oktober 2012, d. h. nach den Olympischen Spielen 2012 in London
für alle anderen offiziellen FIBA-Wettbewerbe und die Hauptwettbewerbe der Nationalverbände
und für den HBV ab dem 1. August 2012:


Art. 2.2.3 Freiwurflinien und Begrenzte Zone
ACHTUNG AUSNAHME IM HBV:   Die neuen Zonengrenzen gelten natürlich ab sofort, wenn nur diese eingezeichnet ist (wie bei uns im Camp Lindsey)
Die Begrenzten Zonen sind auf dem Spielfeld zu markierende rechteckige (nicht mehr trapezförmige) Flächen
Für Spieler, die in der Offense im Low-Post agieren, bedeutet die neue Zonenform, dass sie zukünftig näher zum Korb stehend mit ihren Bewegungen starten können. Auch bei Offensivrebound-Situationen dürfte sich die schmalere (4,90 m statt wie bisher 6 m) Zone als interessant erweisen.

Art. 2.2.4 Drei-Punkte-Bereich
Der Abstand der Drei-Punkte-Linie beträgt 6,75 m (nicht mehr 6,25 m).
ACHTUNG AUSNAHME IM HBV:   Die neue 3-Punkte-Linie gilt natürlich ab sofort, wenn nur diese eingezeichnet ist (wie bei uns im Camp Lindsey)

Der HBV hat darauf hingewiesen, dass in Hallen, in denen alte UND (!) neue Linien vorhanden sind, bis 2012 nach den alten Linien gespielt wird. Für die Jugend-Bundesliga-Wettberwerbe (NBBL/JBBL) werden die neuen Linien wohl bereits nächste Saison dauerhaft gelten.

Die Dreipunktelinie ist 50 cm weiter nach hinten verlegt. Die Entfernung zum Korb beträgt nunmehr 6,75 m. Die Ausnahmen bilden hier die Dreierdistanzen aus den beiden äußeren Ecken des Angriffsfeldes. Hier beträgt die Distanz 6,60 m, da die Dreierlinie hier 90 cm von der Seitenlinie entfernt sein muss.

Art. 2.2.6   Einwurfmarkierungen für den HBV ab dem 1. August 2012
Die beiden Markierungen befinden sich als kurze Linie außerhalb des Spielfelds an der Seitenlinie gegenüber dem Anschreibertisch und den Mannschaftsbankbereichen. Ihre – von der zugehörigen Endlinie aus gesehen – Außenkante hat einen Abstand von 8,325 m von der Innenkante der Endlinie, d. h. die Markierung ist in gleicher Höhe wie die Mitte der Drei-Punkte-Linie. Steht einer Mannschaft während der letzten zwei Spielminuten der vierten Spielperiode oder einer Verlängerungsperiode nach eigener Auszeit ein Einwurf im Rückfeld zu, wird dieser Einwurf von der Einwurfmarkierung gegenüber dem Anschreibertisch im Vorfeld ausgeführt und nicht mehr von der Mittellinie gegenüber dem Anschreibertisch.

Art. 2.2.7    No-Charge-Halbkreise für den HBV ab dem 1. August 2012
Die No-Charge-Halbkreise sind auf dem Spielfeld unter den Körben einzuzeichnen, mit dem Mittelpunkt exakt unter dem Mittelpunkt des Korbs. Der Radius beträgt 1,25 m an der Innenkante der Halbkreise. Es ist nicht auf Offensivfoul (Charging) zu entscheiden, wenn der Kontakt von einem Angreifer an einem Gegenspieler verursacht wird, der innerhalb des No-Charge-Halbkreises steht.

Art. 29   24 Sekunden für den HBV ab dem 1. August 2012
Bei einem Einwurf im Rückfeld wird die 24-Sekunden-Anlage auf 24 Sekunden zurückgesetzt, wenn dies in den Regeln vorgesehen ist.
Bei einem Einwurf im Vorfeld wird die 24-Sekunden-Anlage folgendermaßen zurückgesetzt:
Zeigt die 24-Sekunden-Anlage zum Zeitpunkt der Spielunterbrechung noch
• 14 Sekunden oder mehr, verbleibt diese angezeigte Restzeit der 24-Sekunden-Periode.
• 13 Sekunden oder weniger, wird die Anlage auf 14 Sekunden gestellt.


Zusatzinfos:
Die Markierungen für die begrenzte Zone, die Einwurflinien und den No-charge-Halbkreis sind ab 01. August 2014 für alle Spielklassen verbindlich vorgeschrieben. Die Landesverbände und deren Gliederungen können für ihre Wettbewerbe diese Markierungen insgesamt oder teilweise auch ab 01. August 2012 oder ab 01. August 2013 einführen. HIer folgen weitere Infos über die genauen Zeitpunkte, sobald dies klar ist…

Weitere Infos zu den Regeländerungen, die 2012 im HBV gelten:
http://www.bvrp.de/cms/images/stories/schiedsrichter/faltblatt-dbb-regeln2010-08-30.pdf

Ab Regionalliga sind die neuen Linien Pflicht. 24sec aber auch wie bisher. In der Regio2 gibt es noch eine Übergangsregel für die Linien. Ab Regio1 keinerlei alte Linien mehr.


In Hessen also aktuell (2011)
Im Verband gelten noch keine Einwurfmarkierungen und No-Charge-Kreise. 24sec wie bisher ohne 14sec-Rückstellung. In Hallen, in denen alte UND (!) neue Linien vorhanden sind, wird bis 2012 nach den alten (!) Linien gespielt. Für die Jugend-Bundesliga-Wettbewerbe (NBBL/JBBL) gelten die neuen Linien bereits jetzt. Wenn nur die neue 3er-Linie vorhanden ist, wird diese benutzt.

 

Saisonvorgaben 2011 für Schiedsrichter aller überbezirklichen hessischen Ligen

Allgemeine Hinweise: Diese Vorgaben stellen eine Richtlinie für alle Schiedsrichter der hessischen überbezirklichen Kader dar um eine bessere Transparenz für Schiedsrichterentscheidungen zu schaffen und einheitlichere Regelumsetzungen der Schiedsrichter zu fördern. Alle Kader-Schiedsrichter sind deshalb seitens der hessischen SR-Kommission angehalten diese Vorgaben bei ihren Entscheidungen einzuhalten und auf individuelle Interpretationen zu verzichten.

Es wird ausdrücklich betont, dass die gültigen FIBA-Regeln und dazu ergangene Interpretationen die Grundlage für alle SR-Entscheidungen sind. Diese Vorgaben ersetzen nicht die Regeln, sondern führen sie zur Klarstellung in Detailfragen aus.
1.Spielvorbereitung

- Neben den Mannschaftsbänken müssen jeweils sichtbar Wechselstühle/-kästen stehen
- Der Abstand zwischen Wechselstuhl und Kampfgericht soll mindesten 3 Meter betragen
- Der Mannschaftsbankbereich (MBB) muss klar erkennbar sein

2.Spielerwechsel

- Spielerwechsel ist nur über das KG möglich (Ausnahme Kampfrichterfehler)
- Ein Wechsel kann nur durchgeführt werden, wenn der Wechselspieler spielbereit sichtbar wartet
- Der Wechselspieler betritt das Spielfeld erst nach Wechselzeichen des Schiedsrichters

3.Handchecking

- Bei Guard-/Forward-Spielern: die ausgestreckte Hand des Verteidigers am Körper des ballführenden Angreifers ist ein Foul, ein angelegter Arm ist ok. Zwei Arme (egal ob angelegt oder ausgestreckt) sind immer ein Foul!
- Bei Low-Post-Spielern: ein angelegter Arm ist ok; zwei angelegte Arme oder die ausgestreckte Hand im Rücken des Verteidigers ist ein Foul.

4.Post Play

- Alle Kontakte die dazu führen, seinen Gegenspieler aus dessen abgestammter Position zu bringen (übergreifen über die Schulter, drücken der Hüfte) sind Fouls.
- Gleiche Rechte für Angreifer und Verteidiger
- Der Angreifer darf seinen Gegenspieler nicht am Bein festhalten oder dessen Körper beim Drehen einhaken. Ein Umgreifen ist ebenfalls mit Foul zu bestrafen.

5.Wurfaktion

- Das Vorteil-/Nachteil-Prinzip ist nur in sehr engen Grenzen anzuwenden
- Bei Kontakten gegen den Werfer ist nur dann ausnahmsweise nicht auf Foul zu entscheiden, wenn der Kontakt offensichtlich unbedeutend ist und wenn er vom Werfer nicht als störend empfunden wird.
- Tolerierbare Kontakte gegen Werfer geschehen eher in korbnahen Situationen und zwischen Centern als im Distanzwurfbereich. Je weiter der Werfer vom Korb entfernt ist, umso weniger kann ein Kontakt toleriert werden.

6.Reboundsituationen

- Kontakte die wechselseitig von Angreifer und Verteidiger akzeptiert werden können ungeahndet bleiben
- Die Schiedsrichter entscheiden dann auf Foul, wenn sich in Reboundsituationen ein Spieler durch einen Kontakt eine bessere Position verschafft oder wenn ein Spieler durch einen Kontakt den besser positionierten Spieler behindert. Solche Kontakte entstehen meistens dann, wenn die Spieler hintereinander stehen, seltener dann, wenn sie nebeneinander stehen.
- Auch keine Kontakte können hierbei große Auswirkungen haben. Hier soll frühzeitig eingegriffen werden (Zuruf als präventives Mittel; Foul, wenn Nachteil bereits entstanden ist)

7.Unsportliches Foul

- Hartes Eingreifen in den Unterarm: Greift ein Verteidiger in den Wurfarm und umfasst diesen oder hält ihn fest (um das „normale“ Foul absichtlich zu „verlängern“) ist auf unsportliches Foul zu entscheiden
- Foul im Fastbreak: Foult der letzte Verteidiger einen ballführenden Spieler in einer Transition-Situation seitlich oder von hinten und der Schiedsrichter entscheidet auf Foul, so ist es immer ein Unsportliches Foul. Sobald der Angreifer zu einer Korbwurfaktion ansetzt gilt diese Regelung nicht mehr.

8.Unerwünschtes/störendes Verhalten

- Der Co-Trainer coacht nicht das Spiel. Nur der auf dem Bogen als erster Trainer eingetragener Coach darf stehen. Abwechselndes Coachen von Trainer und Co-Trainer soll von den Schiedsrichtern unterbunden werden.
- Das „Abholen“ der Schiedsrichter durch Trainer wären der Auszeit oder dem Viertel vom Spielfeld zur Diskussion ist sofort durch ein technisches Foul zu ahnden.
- Flopping-Situationen bei übertriebenen Reaktionen auf Foul/Kontakt sind zu unterbinden.
- Äußerungen und/oder Gesten, die eine direkte Beleidigung eines anderen Spielbeteiligten (Schiedsrichter, Kampfrichter, Trainer, Spieler) darstellen, führen sofort zu einem disqualifizierenden Foul
- Äußerungen und/oder Gesten, die einen anderen Spielbeteiligten oder dessen Entscheidungen herabwürdigen („Du hast keine Ahnung“, „Scheiß Pfiff“) oder die aufzeigen, dass getroffene Entscheidungen nicht akzeptiert werden („Abwinken als Zeichen von Nichtakzeptanz“, „Aufwiegeln des Publikums durch Gesten“, „lautes, provokatives Loslachen“) führen sofort zu einem technischen Foul
- Mit einem technischen Foul wird sofort bestraft, wer den Ball wegkickt oder wer gegen Wechselkästen, Papierkörbe, etc. tritt.
- Die Schiedsrichter sollen auf auftretende Störungen so reagieren, dass die Wiederholung der Störung mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen ist. Sie sollen mit dem mildest möglichen Mittel reagieren, dass geeignet ist, das Ziel zu erreichen. (Hinweis → Ermahnung → technisches Foul → Disqualifikation)

9.Ermahnungen

- Ermahnungen werden nur einmal im Spiel für eine Aktion einer Mannschaft ausgesprochen (Bsp.: wird ein Spieler für das Halten des Balles nach Korberfolg ermahnt gilt dies Ermahnung für das gesamte Spiel für die gesamte Mannschaft)
- Ermahnungen sind klar und deutlich auszusprechen und es muss sichergestellt werden, dass sowohl der ermahnte Spiele wie dessen Trainer es mitbekommen

10.Stop-the-clock Foul

- Grundsätzlich gilt, ein Foul in der 1. Minute ist genauso zu ahnden wie ein Foul in der 40. Minute.
- Um unsportliche Fouls zu vermeiden sollten Stop-the-clock-Fouls als taktische Maßnahme der Mannschaften rechtzeitig erkannt und entsprechend toleriert und als normale Fouls geahndet werden.
- Frühzeitiges Pfeifen (aber erst bei Kontakt) des Fouls unterbindet automatisch zu harte folgende Fouls
- Unsportliche/übertrieben harte Fouls bleiben aber weiterhin direkt Unsportliche Fouls

11.Schrittfehler

- Vorteil-/Nachteil-Prinzip ist essentiell bei der Beurteilung von Schrittfehlern
- verstärktes Augenmerk soll auf 1:1-Situationen auf der Guard-/Forward-Position gelegt werden: zu schneller erster Schritt (first step), Standbeinwechsel bei Passgang-/Cross-Over-Schritt
- verstärktes Augenmerk auf 1:1-Situationen auf der Low-Post-Position: Standbeinwechsel bei Center-Moves, 3 Bodenkontakte durch Jump-Moves
- Bei kritischen 50:50-Entscheidungen zwischen Schrittfehler oder Foul sollte auf Schrittfehler entschieden werden
- Situationen in denen kein Nachteil für die Verteidigung entsteht können ignoriert werden: 1:0-Korbleger mit 3 Schritten zum Dunk, Schrittfehler im Rückfeld ohne Gegenspieler

12.Drei Sekunden

- Drei Sekunden beginnen erst wenn der Ball im Vorfeld ist und enden mit dem Wurf (nicht mit Ringkontakt)
- Drei Sekunden sollen dann geahndet werden, wenn der Angreifer oder die angreifende Mannschaft einen klaren Vorteil erlangt: bsp. durch das Binden eines Gegenspielers auf der Weakside
- Drei Sekunden werden gepfiffen entweder bevor der Spieler den Ball erlangt, oder nachdem er ihn bereits längere Zeit in Händen hält
- Bekommt ein Spieler in der Zone den Ball, der bereits länger in der Zone steht, wird ihm eine Aktion zugesprochen: bsp. dürfte er eine Drehung mit anschließendem Wurf durchführen, oder den Ball einem anderen Spieler zupassen. Macht er mehr als diese eine Aktion wird auf Drei Sekunden entschieden: bsp. Wendung-Täuschung-Wurf

Offizielle Basketball-Regeln
Die Regeln werden von der FIBA (Fédération Internationale de Basketball) verabschiedet und regelmäßig überarbeitet. Die “Offiziellen Basketball-Regeln” können auf Englisch von der Seite der FIBA heruntergeladen werden. Auf Deutsch sind die Regeln bislang online nicht verfügbar.
  • DBB | Schiedsrichter | Regeln
    Regelheft-Flyer 2010
    Neue Regeln 2010/2012 (u. a. neue Spielfeldmarkierungen)
  • Basketball-Regelinterpretation 2010
    Übersetzung der Regelinterpretation 2008 der FIBA durch den DBB (Stand: März 2010)
  • DBB-Rulesletter
    Newsletter der AG Regeln des DBB (4 – 5x/Jahr)
  • DBB | Basketball-Lexikon
    Amerikanismen. Direkt und präzise oder fachchinesisch? Basketballfachausdrücke ins Deutsche übertragen von Rolf Stratemeyer (1999)


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