Kampfgericht

Habt ihr euch nicht auch schon geärgert, dass die Zeit nicht richtig gestoppt, Punkte vergessen wurden und unnötige Spielverzögerungen auftraten, weil der Schiri das KG kontrollieren musste? Kampfgericht ist nun mal für jeden Pflicht.

Jedes Spiel braucht neben zwei Schiedsrichtern auch ein Kampfgericht, das von der Heimmannschaft zu stellen ist. Es besteht aus dem Anschreiber, dem Zeitnehmer und dem 24-Sekunden-Zeitnehmer. Als Kampfrichter müssen alle Aktiven ran.

Kampfrichterausbildung:

Zusätzliche Hilfen:
http://www.basketball-bund.de/wp-content/uploads/Kampfrichterhandbuch_2015.pdf

Hier drei Links zu informativen Schulungsvideos zum Thema Kampfgericht:
Anschreiber: https://www.youtube.com/watch?v=4-uBg3t2Zw0
24 Sekunden Shot-Clock: https://www.youtube.com/watch?v=9ux7TuSlSLE
Spieluhr: https://www.youtube.com/watch?v=7HhyEjprtp0

Eine gute Einführung findet sich auch auf der Seite http://www.anschreiber.de
Ein ausgefüllter Spielbericht als Musterbogen, der weitere Erläuterungen enthält.

Bitte schaut euch auch auf der Seite http://www.anschreiber.de die Bereiche „Anschreiber“, „Zeitnehmer“ und „24/14 Sek“ an. In fünf bis sechs einfachen Lektionen werden jeweils die Aufgaben und die notwendigen Regelkenntnisse vermittelt. Teilweise sind Lektionen mit Fragen abzuschliessen. Die Ergebnisse werden natürlich nicht gespeichert und ihr bleibt anonym.

Außerdem hat der DBB seine Fragenkataloge veröffentlicht: http://www.basketball-bund.de/dbb/schiedsrichter/fragenkataloge
Unter anderem findet man hier auch Kampfrichterfragen.

Über https://dbb.triagonal.net/online/ kann man sich neuerdings auch kostenlos (nachdem man sich einen Account über https://dbb.triagonal.net/online/login/signup.php angelegt hat) zu einem tollen e-learning-Kurs für Kampfrichter anmelden. Am Ende des Kurses gibt es einen kleinen Test (mit PDF-Zertifikat bei Erfolg), bei dem man das Erlernte testen kann. Der Vorteil des e-learning-Kurses ist die Flexibiltät. Jeder kann selbst aussuchen, wann und wie oft er den Kurs absolviert. Er ersetzt zwar nicht zu 100% einen Kampfrichter-Kurs in der Halle, kann aber sicherlich als in Kombination mit der Seite http://www.anschreiber.de als große Hilfe angesehen werden. Achtung, der Kurs ist am besten an einem PC durchzuführen, da die Testvideos für Spielzeit und die 24-Sekunden-Uhr noch (!) nicht auf allen Mobilgeräten laufen.

Vorgaben für das Kampfgericht:

Für die Zeitnehmer bzw. 24-Sekunden Zeitnehmer besteht 10 Minuten vor Spielbeginn Präsenzpflicht am Kampfrichtertisch. Der Anschreiber hat so rechtzeitig seine Arbeit aufzunehmen, dass der komplett ausgefüllte Spielberichtsbogen (SBB) spätestens 20 Minuten vor Spielbeginn vorliegt.

Folgende Dinge müssen zwingend am Kampfgerichtstisch / in der Halle vorhanden sein:
– Spielberichtsblock
– Spieluhr
– 24-Sekunden-Uhr
– Einwurfanzeiger
– Verschiedenfarbige Kugelschreiber
– Anzeigetafel (manuell oder elektronisch)
– 2 (!) Auswechselbänke pro Team hinstellen, Auswechselbänke beginnen auf der Baseline!

Sonstige Infos:
– Kampfgerichtstisch mit 3 Stühlen aufbauen, Materialbox rausholen und Spieluhr anschließen, Spieluhr einstellen
– Kampfgericht bitte abbauen, falls kein Spiel mehr nach euch stattfindet, Bälle und Materialbox wegschließen in den Schrank ! Alles abschließen!
– Der Terminplan des BC Wiesbaden ist inkl. Kampfgerichtseinteilungen auf der BCW-Homepage im Heimspielplan zu finden
– Tipp: Vor der Saison alle Kampfgerichte des Teams namentlich einteilen!! Das erspart die Suche während der Saison

Alkoholverbot
Im Bereich der Mannschaftsbänke und des Kampfrichtertisches gilt ein strenges Alkoholverbot. Verstöße haben das Auswechseln des Kampfgerichtes, bzw. den Verweis aus dem Mannschaftsbankbereich zur Folge. Im Wiederholungsfall wird das Spiel abgebrochen. Offensichtlich alkoholisierte Spieler, Trainer, Kampfrichter etc. dürfen am Spiel ausdrücklich nicht teilnehmen. Hier müssen die Sportler geschützt werden.



 

24-Sekunden-Uhr im Schnelldurchgang erklärt:

Die 24-Sekunden-Uhr ist erstmals in Gang zu setzten:
nach einem Sprungball:
– wenn der erste Spieler auf dem Feld Ballkontrolle erlangt

nach einem nicht erfolgreichen einzigen oder letzten Freiwurf:
– wenn der erste Spieler auf dem Feld Ballkontrolle erlangt, sofern nicht noch eine weitere Freiwurfstrafe oder ein Einwurf folgt

nach einem erfolglosen Feldwurf mit Ringberührung:
– wenn der erste Spieler auf dem Feld Ballkontrolle erlangt

nach einem Ballbesitzwechsel:
– mit Erlangung der ersten Ballkontrolle eines Spielers auf dem Feld

Die 24-Sekunden-Uhr ist wieder in Gang zu setzten:
nach einem Einwurf:
– wenn der erste Spieler (der gleichen Mannschaft) auf dem Feld Ballkontrolle erlangt

Wenn die Spielzeituhr steht, steht auch die 24-Sekunden-Uhr!

Die 24-Sekunden-Uhr ist zu stoppen und auf “24” zu stellen:
bei einem erfolgreichen Feldwurf;
bei einem Ballbesitzwechsel im laufenden Spiel mit Erlangung der Ballkontrolle
Achtung:
Nachdem der Ball den Ring des gegnerischen Korbs berührt hat, wird die Wurfuhr auf 14 Sekunden zurückgesetzt, wenn die angreifende Mannschaft sofort wieder die Ballkontrolle erlangt, auch wenn
• vorher noch mehr als 14 Sekunden auf der Wurfuhr waren
• es der Rebound nach letztem Freiwurf ist
• die neue Ballkontrolle im Rückfeld entsteht

Verursacht die verteidigende Mannschaft ein Foul oder Fußspiel mit Spielfortsetzung Einwurf oder wird das Spiel aus einem Grund unterbrochen, für den die verteidigende Mannschaft verantwortlich ist, gilt:
Bei Einwurf im Rückfeld der einwerfenden Mannschaft: Neue 24 Sekunden.
Bei Einwurf im Vorfeld der einwerfenden Mannschaft: Restzeit/14 Sekunden.

Wird das Spiel unterbrochen aus einem Grund, für den keine Mannschaft verantwortlich ist (Ausfall einer Uhr, Gegenstände auf dem Spielfeld), gilt grundsätzlich:
Bei Einwurf im Rückfeld: Neue 24 Sekunden.
Bei Einwurf im Vorfeld: Das Spiel wird mit Restzeit/14 Sekunden fortgesetzt.
Die 24-Sekunden-Uhr ist zu stoppen aber nicht zurückzustellen:
wenn dieselbe Mannschaft, die vorher Ballkontrolle hatte, einen Einwurf aus folgenden Gründen zugesprochen bekommt:
– der Ball ist ins Aus gegangen
– nach einem Doppelfoul (oder mehreren Fouls, die sich gegen einander aufheben)
– bei Sprungballentscheidungen
– das Spiel aus Gründen unterbrochen wurde, die die Ball kontrollierende Mannschaft zu verantworten hat.

Die 24-Sekunden-Uhr ist zu stoppen und es darf keine Anzeige sichtbar sein:
– wenn eine Mannschaft Ballkontrolle erlangt und die Spieluhr eine Restspielzeit von weniger als 24 Sekunden in dieser Spielperiode oder Verlängerung anzeigt.

Die 24-Sekunden-Uhr stoppt, wenn sie abläuft, nicht die Spielzeituhr!

Einschalten:
• Bei einem Einwurf, wenn der erste Spieler auf dem Feld (egal wer) den Ball berührt.
• Beim Rebound, wenn ein Spieler die Ballkontrolle erlangt.
Anhalten:
• Immer, wenn der Schiedsrichter pfeift.
• Wenn der Ball beim Korbwurf den Ring berührt.
• Nach Korberfolg.
Ausschalten:
• Bei Freiwürfen (danach neue 24 Sekunden)
• Wenn weniger als 24 Sekunden in einem Viertel, oder einer Verlängerung zu spielen sind.


Zeitnehmer-Aufgaben Kurzanleitung:

Dem Zeitnehmer steht eine Spieluhr und eine Stoppuhr zur Verfügung. Ihm sollte ein eigenes Steuergerät der Anzeigetafel zur Verfügung stehen, mit dem er lediglich die Spielzeit kontrollieren kann.

Er muss
– die Dauer der Spielzeit, Auszeiten und Spielpausen messen.
– dafür sorgen, dass mit einem sehr lauten und automatischen Signal das Ende der Spielzeit  in jeder Spielperiode oder Verlängerung angezeigt wird.
– alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel anwenden, um die Schiedsrichter sofort zu verständigen,  wenn sein Signal versagt oder nicht gehört wird.
– die Mannschaften und die Schiedsrichter mindestens drei Minuten vor dem Beginn der
dritten Spielperiode benachrichtigen.

Spielpausen werden vom Zeitnehmer gemessen:
Auszeit (1 min.) beginnt, wenn der SR pfeift und das Auszeit-Zeichen signalisiert.
Zeitnehmer gibt akustisches Signal nach 50 Sekunden.
Viertelpause (2 min.) beginnt mit dem Viertel-Schlusssignal. Zeitnehmer gibt akustisches Signal nach 1:30 Minuten.
Halbzeitpause beginnt mit dem Viertel-Schlusssignal.

Wann ist die Spielzeituhr zu starten?
Sprungball:  sobald ein Springer den Ball beim legalen Tipp berührt.
Einwurf:  sobald ein Spieler auf dem Feld den Ball berührt.
Freiwurf: sobald beim letzten oder einzigen nicht erfolgreichen Freiwurf ein Spieler den Ball berührt, sofern nicht noch eine weitere Einwurf- oder Freiwurfstrafe folgt.

Wann ist die Spielzeituhr zu stoppen?
Bei jedem Pfiff des Schiedsrichters ist die Uhr zu stoppen.
Sofern eine Auszeit beantragt wurde, ist die Uhr auch zu stoppen, wenn die andere Mannschaft einen Feldkorb erzielt.
In den letzten zwei Minuten der 4. Spielperiode und in den letzten zwei Minuten einer jeden Verlängerung ist die Uhr auch zu stoppen, wenn eine Mannschaft in dieser Zeit einen Feldkorb erzielt.

Die Spielzeituhr ist bei Ablauf einer Spielperiode oder Verlängerung zu stoppen.

Spielerwechsel:
meldet der einzuwechselnde Spieler beim Kampfgericht an.
Kampfgericht gibt akustisches Signal,
wenn der SR pfeift (bei Foul, erst wenn der SR die Foulanzeige beendet hat),
nach einem letzten erfolgreichen Freiwurf,
zwischen letztem Freiwurf und Einwurf Mittellinie (bei T-, U- oder D-Foul),
bei Feldkorb des Gegners in den letzten 2 Minuten des 4. Viertels und jeder Verlängerung.
Signal ist möglich, bis der Ball dem Ein- oder Freiwerfer zur Verfügung steht.

Auszeit:
meldet Trainer oder Co-Trainer beim Kampfgericht an.
Kampfgericht gibt akustisches Signal,
wenn der SR pfeift (bei Foul erst, wenn der SR die Foulanzeige beendet hat),
nach einem letzten erfolgreichen Freiwurf,
zwischen letztem Freiwurf und Einwurf Mittellinie (bei T-, U- oder D-Foul),
bei Feldkorb des Gegners.

Signal ist möglich, bis der Ball dem Ein- oder Freiwerfer zur Verfügung steht.

Wechselnder Ballbesitz statt Sprungball
Es gibt im Spiel nur noch einen einzigen Sprungball – den am Anfang des Spiels. Bei allen
weiteren Sprungballsituationen (Halteball, Doppelfoul, unklare Ausbälle, Viertelbeginn…) wird nach der Regel “Wechselnder Ballbesitz” verfahren: Es erfolgt Einwurf-Seite im Wechsel.
Festgelegt ist das Einwurf-Recht durch den “Einwurf-Anzeiger” (Pfeil), der am Kampfgericht steht und in die Spielrichtung der Mannschaft zeigt, die den nächsten Einwurf nach einer Sprungball-Situation bekommen wird. Der Einwurf-Anzeiger wird vom Anschreiber bedient (Drehen nach jeder weiteren Sprungballsituation, sobald der Einwurf erfolgt ist).
Den 1. Einwurf bekommt die Mannschaft, die den Anfangs-Sprungball verloren hat. Begeht die Mannschaft beim Einwurf nach der Regel “Wechselnder Ballbesitz” eine
Regelübertretung (5 Sekunden, Übertreten), wird der Pfeil trotzdem gedreht. Wird während des Einwurfs gemäß “Wechselnder Ballbesitz” ein Foul begangen, wird der Pfeil nicht gedreht. In der Halbzeitpause (Seitenwechsel!) dreht der Anschreiber den Pfeil im Beisein des 1. SR.


Anschreiber Kurzanleitung:

Alle Eintragungen in großen Druckbuchstaben!
Stiftfarben:
Grundeintragungen (Spielernamen, Kopf): schwarz oder blau
1. + 3. Viertel: rot
2. + 4. Viertel: schwarz oder blau
Verlängerungen: schwarz oder blau

o Trainer markiert die startenden Spieler mit „X“ (in rot)
o Anschreiber kontrolliert diese direkt vor dem Sprungball und kreist die X ein (falls ein
anderer Spieler auf dem Feld ist, den Schiedsrichter informieren)
o wenn später ein Spieler eingewechselt wird, mit „X“ in Farbe der Spielperiode eintragen
(ohne umkreisen)

Laufendes Ergebnis:
o es wird immer in folgender Reihenfolge eingetragen: Spielernummer, Punkte, Minute (1
– 40)
o jeweils für Mannschaft „A“ und Mannschaft „B“
o Mannschaft „A“ und „B“ immer so in die Spalte eintragen, dass von euch aus gesehen
rechts die Mannschaft steht, die in den rechten Korb wirft und links die Mannschaft
steht, die links in den Korb wirft
o es ist pro Zeile nur ein Korb (links oder rechts) einzutragen, d. h. pro Korberfolg, egal
für welche Mannschaft immer eine neue Zeile beginnen („stufenweise“ Eintragungen)
o keine Leerzeilen lassen
o die Minute nur dann eintragen, wenn beim nächsten Korberfolg eine andere Minute
läuft
o wenn die Spalte voll ist, einfach in der nächsten Spalte weiterschreiben (als ob ihr ein
Endlospapier hättet), es ist nur darauf zu achten, oben wieder Mannschaft „A“ und „B“
zu vermerken
o bei einem Drei-Punkte-Wurf unbedingt die Punkte umkreisen
o bei Freiwürfen am linken Kästchenrand einen senkrechten Strich machen und ganz
normal die Punkte eintragen, bei Nichttreffen des Freiwurfs ein Minuszeichen einsetzen
o in der Halbzeit „Umkehr“ der Spalten A + B

Auszeiten:
o die jeweilige Spielminute (1 – 40) eintragen
o nicht gebrauchte Auszeiten mit „X“ entwerten
o Halbzeit 1: 2 Auszeiten
o Halbzeit 2: 3 Auszeiten
o pro Verlängerung (je 5 min.) 1 Auszeit

Fouls:
o die jeweilige Spielminute (1 – 40, “0”=vor Spielbeginn, “IN”=in Spielpausen) eintragen,
o Mannschaftsfouls (1 – 4) ankreuzen, mit dem 5.Teamfoul rote Fahne oder rote „5“
raushängen
o Fouls gegen Bank + Trainer zählen nicht zu den Mannschaftsfouls
o Fouls in der Verlängerung zählen zum 4. Viertel
o Offensivfouls zählen zu den Mannschaftsfouls, werden jedoch nicht mit 2 Freiwürfen
geahndet
o je nach Art des Fouls gibt es verschiedene Eintragungen:
o persönliches Foul ohne Freiwurfstrafe: nur Minute
o persönliches Foul mit Freiwurfstrafe: Minute mit Apostroph
o technisches Foul: Spielminute mit hochgestelltem „T“
o unsportliches Foul: Spielminute wird eingekreist (beim zweiten unsportlichen Foul ist
der Spieler automatisch disqualifiziert)
o disqualifizierendes Foul: Spielminute mit hochgestelltem „D“ und Eintrag „D“ ins
nächste Kästchen
Solltet ihr einen Fehler auf dem Spielbericht korrigieren wollen, unbedingt sofort den Schiedsrichter informieren!

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